Zeit nehmen – nicht nehmen lassen

Wofür nehme ich mir Zeit? Was nimmt mir Zeit?

Im Jetzt leben, wohl dem der es kann. Werden wir nicht von klein auf, auf das Kommende fokussiert erzogen? So heißt ja eine typische Frage an ein Kind – Was willst du einmal werden? Wie schön wäre doch die Frage so zu stellen – Was willst du sein? Schon diese eine Frage lenkt uns bis in die zwanziger Lebensjahre, bis wird den Beruf erlernt, das Studium beendet oder eine Existenz aufgebaut haben. Was wäre wenn auf die Frage – was willst du sein? – ein einfach glücklich heraus käme und damit die Suche nach einem glücklichen Leben und nicht nach einem Beruf fokussiert würde. Wenn es viele Menschen tun würden, hätten wir eine glücklichere Gesellschaft und eine nicht so stark von Arbeit und Konsum abhängige Gesellschaft.

Sind das Folgen unserer Eltern und deren Eltern die durch zwei Weltkriege, Hunger, Vertreibung und Wiederaufbau von Existenzen als einzig wahrhaft erstrebenswerte Lebensweise in unsere Erziehung eingeflossen sind? Sind wir so weil die Arbeit künstlich überhöht wurde? Ich denke wir sind so, weil wir blind geworden sind. Unser lernen unser nachahmen hat dazu geführt, dass wir nicht mehr aufhören nachzuahmen und aufgehört haben, zu fragen zu hinterfragen und dahinter zu schauen was da wirklich vor sich geht. Sind wir müde geworden uns zu wehren, weil es so beschwerlich geworden ist Anderes zu akzeptieren?

Was behindert uns daran uns frei zu entfalten?

Der Wunsch nach Sicherheit? Sicherheit vor was, vor der Armut und damit der Ausschluss von freier Entscheidung unseres Seins unserer Zeit unseres selbstbestimmten Lebens? Wie können wir uns befreien aus dem Joch unserer Erziehung. Sicher nicht in dem wir davon träumen und daran denken, sondern in dem wir es leben und so unseren Weg dorthin finden, stolpern und wieder aufstehen lernen. Erlauben wir uns das Scheitern, so wie wir es beim laufen lernen getan haben. Verlieren wir die Scham vor dem Scheitern, so gewinnen wir unsere Freiheit wieder zurück. Wir gewinnen unsere Selbstachtung unsere Selbstbewertung zurück und befreien uns von der Bewertung die Andere und sogar unsere Nächsten von uns abgeben.