Konditionierung durchbrechen

Bin ich falsch konditioniert?

Ein Gedanke vorne weg. Bevor sich jeder für sich fragen sollte ob er flasch konditioniert ist, ist eine Umkehr dieser Frage vielleicht ein guter Anfang. Wer ist also richtig konditioniert? In der Masse kann man diese Frage nicht beantworten, jedoch kann jeder für sich diese Frage beantworten, weil jeder einer anderen Meinung dazu ist. Die Suche nach der einen richtigen Konditionierung enspricht einem nie erreichbarem Ideal. Wenn es jetzt noch die Frage geben sollte warum das so ist, dann herzlich Willkomen in einer niemals endenen Selbstrefelektion.

Alles was wir sind, sind wir durch unsere Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben. Mit jeder Situation in der wir uns befinden und befanden wächst unsere Erfahrung. Da jeder Mensch niemals die gleichen Erfahrungen machen kann, kann es auch nicht die eine richtige Erfahrung geben.

Jede Entscheidung die wir getroffen haben war ganz oder zum Teil richtig oder ganz oder zu einem Teil falsch, zumindest aus unserer eigenen Perspektive. Wir merken uns was an der Entscheidung richtig war und was daran falsch war. Natürlich merken wir uns das nicht bis in jedes Detail, aber es formt unsere Erfahrungen die unsere zukünftigen Entscheidungen formen werden. Könnte man also sagen, wir sind in der Summe auch das was wir entschieden haben?

Wenn die Summe der Erfahrungen und Entscheidungen die Konditionierung beeinflusst, kann es dann die eine richtige Konditionierung geben?

Wenn man einmal für sich diese Erkenntnis erlangt hat, kann man eine freiere Sichtweise als zuvor erleben. Man erlebt dann eine Sichtweise, die das eigene Sein und das eigene Werden in der Vergangenheit und im Jetzt sichtbar macht. Es lüftet sich ein Schleier über einem zuvor unentdecktem Land. Dieses Erlebnis ist nichts einmaliges. Wenn wir jeden Tag in unsere Konditionierung zurückfallen, auch wenn es das nur zu einem kleinen Teil sein wird, so kann uns das Wissen über die eigene Konditionierung helfen. Man aber erst einmal aus diesem konditioniertem Verhalten aufwachen. Man muss diesen Autopilot Modus verlassen, refektieren und hinterfragen, tue ich noch das richtige oder schade ich mir gerade selbst?

Da wir alle Opfer unserer Konditionierung sind, ist das stetige Betrachten der eigenen Konditionierung vermutlich der einzige Weg mit dieser Konditionierung zu leben ohne ein Sklave der Konditionierung zu sein.

Das stetige Betrachten der eigenen Konditionierung kann man auch etwas höher Im Alltag angesiedelt im Auge behalten. Machen wir uns nichts vor, niemand kann sich non stop selbst überwachen ob er in ein bestimmtes Verhaltensmuster zurückfällt. Das Anzeigen des ungewünschten Musters im Verhalten, welches auf eine Konditionierung fußt ist die eigentliche Kunst die Konditionierung zu durchbrechen. Es gibt dafür keine universell gültige Anleitung oder Methode. Ich denke, im Alltag ist es wichtig, dass jeder seine eigenen Werkzeuge oder Methoden entwickelt, erst wenn es das eigene Werkzeug ist wird es auch funktionieren, ansosnsten übernimmt man wieder eine Konditionierung an sich selbst durch jedman Anderes. Genau das will man ja eigentlich loswerden.

Was braucht man nun um überhapt einen Anfang zu erreichen, in dem wir damit beginnen können wenigstens klar zu sehen was mit uns aktuell passiert? Ein Moment bei dem man sich beim denken und handeln beobachten kann ist so ein Moment der geistigen Klarheit. In diesem Momend durchbrechen wir alles was uns beeinflusst hat und können hinterfragen was wir denken und tun. Um das zu erreichen gibt es nichts zu lernen oder nachzuahmen, es geht einfach nur darum sehen zu können. Sich selbst zu beobachten ist vermutlich der einzige Weg zum ausbrechen. Keine Methode, keine gelernte Meditation und keine Yoga kann das selbstständige beobachten ersetzen. Nur so erkennen wir wie wie funktionieren, wovor wir Angst haben und warum wir die Dinge tun und warum wir sie so tun und nicht anders.