Einfach mal nichts tun

Warum können wir nicht weniger tun?

Warum willst du etwas erreichen, wenn du auf dem Weg dorthin krank und kraftlos wirst. Wach auf und lerne den Müßiggang!

Computer bestimmen unser Leben, auch wenn wir sie nicht immer sehen können, so arbeiten sie rund um die Uhr. Dein nächster Computer ist vermutlich gerade dein Telefon oder dein Tablet. Abgesehen von der Konkurrenz im Job, die durch Rationalisierungsmaßnahmen der IT erst ermöglicht werden und zukünftig sogar Jobs komplett an Computer übergeben werden, so tun sie leider manche Dinge besser als der Mensch. Wir lernen uns auf Computer zu verlassen, fahren mit dem Auto wohin uns die Stimme lenkt, packen den Regenschirm nach der Wettervorhersage ein und trinken unseren Kaffee in Ruhe aus, weil der Bus genau 6 Minuten Verspätung hat.

Ist es vielleicht an der Zeit etwas positives aus der Allmacht dieser Technik herauszuziehen? Sicher nicht in dem wir uns dieser Technik immer bedingungsloser unterwerfen und ihr immer mehr zu vertrauen. Was ich meine ist die Architektur dieser Technik, die geschaffen wurde um pausenlos zu rechnen. Wir können mit ihr nicht konkurieren, weil sie immer schneller sein wird. Wir können uns aber anschauen, was so ein Computer tut. Die meiste Zeit wartete er auf Befehle. Es gibt sogar einen Befehl der dafür geschaffen wurde genau NICHTS zu tun. NOP heißt er, was in etwas so viel heißt wie „rechne nicht!“ Sogar in Kommunikationsprotokolle die E-Mails und Dateien durch die Gegend schicken ist er eingebaut. Stellt man sich vor, dass etwas gebaut wurde um schnell zu rechnen und dann gibt man ihm einen Befehl in seinen Wortschatz mit der ihn zum nichts tun ermächtigt, dann fragt man sich was das soll.

Nun kann man sagen, okay wir brauchen Schleifen um überhaupt auf Dinge die erst später passieren warten zu können und dafür brauchen wir das Nichts tun der Technik. Genau, warten auf Dinge die erst später passieren, dass könnte man auch mal tun. Warten wir mal auf etwas. Ich denke die meistens Menschen warten ungern. Selbst das nichts tun fällt uns schwer. Könnte es vielleicht sein, dass wir nicht für den Dauereinsatz mit verordnetem Nichts tun ausgelegt sind?

Wie lange haben denn Menschen früher gearbeitet als es nur Jäger und Sammler gab. Bestimmt hat der Mensch von damals nicht 8 Stunden am Tag Beeren gesammelt oder gejagt. Wozu auch er konnte es ja nur verbrauchen und nicht an jemanden verkaufen. – Und was macht er man dann mit der ganzen restlichen Zeit – so etwas ähnliches wie NOP nur im sozialen Sinn, er kümmert sich um sich und um andere Menschen. Einfach Mensch sein und nicht Maschine. Sollte man sich vielleicht einmal fragen warum ein „primitiver Mensch“ mit wenig tun über die Runden kam?

Warum können wir das nicht mehr?